Bushmills und Umgebung

Für die Überfahrt vom Scrabo Tower nach Bushmills haben wir uns einen etwas längeren, dafür aber deutlich schöneren Weg ausgesucht. Entlang der “Antrim Coast Road” gab es unterwegs viel zu sehen. Inzwischen haben wir schon ein paar Vergleichsmöglichkeiten (siehe: Highway 1 & Der Neuseeländische Hwy 1) weshalb die Straße nicht mehr so beeindruckend war wie sie hätte sein müssen.

In Bushmills haben wir uns dann einen schönen Camping Platz gesucht und uns hier erst einmal eingerichtet und alle Tanks wieder aufgefüllt. Ein kurzer Spaziergang durch die Stadt war für diesen Tag erst einmal genug, immerhin hatten wir für den heutigen schon einen recht volles Programm.
Nach dem Frühstück haben wir uns sofort auf den Weg zur Dunluce Castle. Eine der größten Ruinen einer mittelalterlichen Burg Irlands. Die seit Mitte des 17. Jahrhunderts verlassene Burg lieg direkt an einer Felskante, was schon einmal dazu geführt hat das teile der damaligen Küche samt Personal ins Meer abgerutscht ist. Je nach Legende ist dies auch mit eines der Gründe, weshalb die Burg damals verlassen wurde.

Nur 10 Minuten von der Burgruine entfernt ligt der Giant’s Causeway. Der aus etwa 40.000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen bestehende Causeway führt einige Kilometer entlang der Klippen bis in Meer und taucht an der schottischen Küste wieder auf.

Der Legende nach wurde der Damm vom irischen Riesen Fionn gebaut, der seinen schottischen Widersacher Benandonner zu einem Duell herausfordern wollte da er von ihn zu tiefst beleidigt wurde. Benandonner, der seinen Ruf nicht zu verlieren wollte, nahm die Herausforderung an und machte sich auf den Weg nach Irland. Fionn, der vom Bau des Damms noch müde und erschöpft war suchte nach einem Ausweg um noch etwas Zeit zur Erholung zu gewinnen. Daraufhin verkleidete er sich als Baby, was Benandonner so in Angst versetzte -wenn das Baby schon so groß ist, wie groß muss dann erst der Vater sein?- das er übern den Damm zurück nach Schottland rannte und ihn dabei hinter sich zerstörte.

Geologen führen das ganze allerdings auf Abkühlung heißer Lava zurück 😉

Als letzter Tagespunkt stand jetzt noch die Besichtigung von “Old Bushmills” auf dem Programm, zumindest für mich. Vielleicht hat der ein oder andere Bushmills schon mal gehört, was mit großer Wahrscheinlichkeit mit der “Old Bushmills Destillerie” zusammen hängt. Zumindest wüsste ich nicht warum man den Ort sonst kennen sollte.
Die Whiskeybrennerei ist eine der ältesten Whiskeybrennereien der Welt und inzwischen über 400 Jahre alt. Während der ca 45 Minütigen Führung durch die Brennerei wurden wir an der Mischanlagen vorbeigeführt und konnten dem Gärprozess zugucken, dessen Flüssigkeit im Anschluss als “Wash” bezeichnet wird und in etwa 8% Alkohol enthält. Diese Flüssigkeit ist das Herz der Whiskey-Herstellung und wird im nächsten Schritt -im Still House- drei mal destilliert (dies ist einer der Hauptunterschiede zum schottischen Whiskey, welcher in der Regel nur zwei mal destilliert wird). Durch die 10 großen Brennblasen -Pot Stills- hat der Raum eine Temperatur von über 40°C und eine enorme Luftfeuchtigkeit mit einem starken Alkoholgehalt. Dies ist unter anderem auch der Grund warum sowohl das Fotografieren, als auch alle Elektronischen Geräte dort nicht erlaubt sind, bzw. ausgeschaltet sein müssen -Verpuffungsgefahr-. Je nach Destilationsgang gibt es hier wieder unterschiedliche Bezeichnungen für die Flüssigkeit: “Low Wines”, “Feints” und “Spirit”. Der Spirit wird im Anschluss mit Wasser auf den gewünschten Alkoholgehalt reduziert und zur jahrelangen Lagerung in Oloroso, Sherry, Bourbon oder Portwein Fässer gefüllt.
Spannend ist auch auch, dass ein Fass nach ca. 20 Jahren fast die hälfte seiner Flüssigkeit verloren hat, was auch den enormen Preisunterschied erklärt.
Zum Abschluss der Führung gab es noch zwei Whiskey zur Verkostung (was für 8€ inklusive Führung vollkommen OK ist) und ich habe es mir natürlich auch nicht nehmen lassen mir eine Flasche des “Distillery Reserve” Whiskey’s mit zu nehmen 🙂

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